Freitag, 30. September 2016

Kino-Kurzreview: Suicide Squad

Bohemian Rapsody-Trailer, weil duhh. 

Ich kann mich dem üblichen Gezeter anschließen, zu viele Charaktere, die nicht ausgeleuchtet werden, zu wenig Joker, billige Effekte, mäßiger Schnitt, Cara Delevingne spielt voll komisch. (Und ich hätte ihr wirklich, wirklich gegönnt gut zu sein)
Trotzdem ist der Streifen recht unterhaltsam, Will Smith und inbesondere Margot Robbie sind überspitze (fände tatsächlich eine Oscar-Nominierung für sie angemessen), es macht Spaß ihnen zu zugucken. Alle anderen sehen da eher blass auch. Auch Jared Leto (HAHA!). Er hat einfach nicht genug Screentime um groß irgendetwas darzustellen. Sein ekliges Method-Acting hat sich offenbar kein Stück gelohnt. Vielleicht sehen wir irgendwann ein Director's Cut, der rechtfertigt, dass er tote Schweine, Ratten und benutzte Kondome an seine Kollegen verteilt hat. Aber so bin ich einfach nur empört, ihn als zweiten Namen im Abspann zu sehen und wie viel mit ihm geworben wurde. Hollywood, echt jetzt hier.
Sie haben versucht einen harten Film zu machen, der aber noch 'nen PG-13 kriegt, um möglichst viel Geld rauszuholen. In Deutschland gab's 'nen FSK 16, gottweißwarum. Wäre spannender gewesen, tatsächlich etwas auf diesem Niveau zu sehen. 
Der Plot ist offensichtlich nur dazu da, damit die Charaktere existieren können. Das ist generell kein guter Ansatz, wenn man schon sympathische Charaktere hat, will man die auch was spannendes machen sehen. So gibt's ein bisschen Gekämpfe (gute Stunts, nonetheless), ein paar coole Sprüche, aber viele flache Rollen, Lücken und keinen zufriedenstellenden Plot.
Das beste ist der Anfang, da werden sie alle zu cooler Musik vorgestellt, dann wartet und wartet man, dass der Film anfängt und irgendwie ist er dann vorbei, ohne dass man was Neues, Aufregendes gesehen hätte.
Punkt für die Schauspieler, Punkt für die Musik, Punkt für die ersten 30 Minuten, die ziemlich geil sind, Punkt weil die Kostüme ganz cool sind und mir der Look gefällt. Minus für Stereotypen, Joker-Enttäuschung und langweiliger Auftrag mit schlechter Blah-Weltuntergangsgefährdung.
Ergibt insgesamt aber nicht mehr als
Sehenswert.
Gruß,
Elif

Kurzreview: Blue Valentine


Also ich fand ihn ziemlich super.
Schöne Momente, furchtbare Momente, meine Gefühlswelt varierte von "Oh nein, wie süß, warum liebt mein Freund nicht so?" zu "Whups, das kenn ich doch" und dann wieder zu "Gott sei dank, sind wir noch nicht so verkorkst". Ein schöner Liebesfilm zum Kuscheln ist also was anderes, aber wer einfach zwei Leute durch ihr Leben begleiten möchte mit einem grandiosen Drehbuch und genialen Schauspielern, der ist hier gut bedient.
Also Fans der beiden (wobei Ryan Gosling nicht kontinuierlich gut aussieht, oh wie schade), Dramaliebende und so Charakterstudien-Fritzen wie ich werden nicht enttäuscht sein.
Zum ultimativem Film fehlt aber noch ein Schritt. Er müsste trauriger sein oder lustiger, die Charaktere müssten zugänglicher sein, indem man mehr über ihre Gefühlswelt erfährt. Wir müssen uns diese leider immer nur aus ihren Taten zusammen reimen, die manchmal schwer nachvollziehbar sind. Daher setzt der Film zu viel Empathie voraus, die definitiv nicht jeder hat (ich schon gar nicht, Michelle Williams ging mir manchmal ganz schön auf den Sack) - darum kann er schnell, als langatmig, deprimierend oder nervig empfunden werden.
Anschauen, bitte.
Gruß, 
Elif

Montag, 1. Dezember 2014

Media Monday #179

Besser sporadisch als gar nicht.
Media Monday #179

1. Die wohl beste Comedy-Serie in meinen Augen ist Friends. Old but gold.
2. Kate Winslet und Joaquin Phoenix (tja, Leo) waren ein echtes Traumpaar in Quills, denn sie waren zusammen so berührend unschuldig in dieser lasterhaften Umgebung. Außerdem sahen die auch einfach phänotypisch fantastisch zusammen aus. 
3. Wenn Gus Van Sant der Regiesseur ist wird für mich ein Film unwiderstehlich, schließlich ist der Kerl mein Lieblingsfilmemacher.
4. Der mieseste zweite Teil war Bridget Jones 2. (Vielleicht auch nicht, aber ich schau mir miese 2. Teile prinzipiell gar nicht erst an. Da sitze ich lieber drei Stunden an einem richtig, schlechten Bollywoodfilm.)
5. Boah, das ist fies. Äh. Arnold Schwarzenegger hat ihren/seinen Zenit längst überschritten, wie an seinem Alter wohl eindeutig unter Beweis stellt, denn als Actionheld funzt das nicht mehr so
6. Dürfte ich einen Tag mit Rihanna den Platz tauschen, würde ich in jeder Talk-Show, die mich nimmt, hart über Promis lästern und dabei einen Donut nach dem anderen essen. Aber natürlich fantastisch gekleidet sein. 
7. Zuletzt gelesen habe ich Die Bienenhüterin und das war wunderschön, weil es um dieses kleine Mädchen geht, dass von zu Hause weg läuft und von schwarzen, katholischen Imkerdamen aufgenommen wird - und es ist so furchtbar und einfühlsam. 

Mittwoch, 19. November 2014

Kino-Kurzreview: Interstellar



Mann, war das ein Film! Ist tatsächlich mal das, was man Kino-Erlebnis nennt. An sich hatte ich wenig Lust auf den Film, weil ich Sci-Fi nicht derartig zu schätzen weiß, aber hier wird sich - zumindest in der ersten Hälfte - viel Zeit genommen, um zu erklären und todtraurige, interstellar-zwischenmenschliche Augenblicke zu schaffen. Mit Emotionen hat man mich.
Die Story ist der Hammer! So ein Drehbuch muss man erst mal schreiben. Das muss ein Mammutprojekt gewesen sein und man fragt sich die ganze Zeit "Gott, wie soll das alles enden?". Es wird so viel angerissen und erzählt, dass die fast drei Stunden nicht reichen! Darum ist die zweite Hälfte dann auch plötzlich ganz fix und macht sich nicht mehr die Mühe, groß zu erklären, was ganz gut für die Spannung ist, aber auch Fragen offen lässt.
Vielleicht wäre ein anderes Format und ein unbekannterer Cast lieb gewesen. Eine groß aufgezogene HBO-Miniserie. Das wäre jedoch auch weniger lukrativ und oscarwürdig gewesen und in IMAX filmen ist ja auch 'ne schnieke Sache. Da kann ich Nolan keine Vorwürfe machen. Aber Anne Hathaway nicht genug Spielraum zu geben, ist ein Verbrechen. Ihr Charakter kam mir viel zu kurz.
Der Hans-Zimmer-Score. Ich mag es, was er macht, aber das muss nicht heißen, dass es in jeden Streifen reingehört. Wenn man schon diese krassen Bilder und diese verzwickte Story und so viel Leid und Spannung hat, brauche ich nicht noch dieses dauernde Epic-Orchester, das mir assozieren soll, wie wichtig das alles ist. In ein zwei Szenen lassen sie die Geschehnisse und Dialoge mal ohne Musik passieren und ich fühlte mich so viel besser eingebunden. Ich weiß nicht. Ich hab Hans Zimmer langsam über und manchmal ist er so übertrieben, dass es einen aus der Szene raus wirft.
Dagegen sind Ton und Kamera superclever und auch das ganze CGI-Zeug geht sehr klar. Sieht auch einfach fantastisch auf der großen Leinwand aus.
Letztendlich gibt's aber nicht viel zu meckern. Der Film ist super. Wenn man sich drauf einlässt, fasziniert werden will und der Meinung ist, dass "erdenklich" langweilig ist, wird man seinen Blockbuster des Jahres finden.
Is'n Muss
Gruß,
Elif

Freitag, 7. November 2014

Kino-Kurzreview: Annabelle



The Conjuring fand ich im Kino damals supeeer, aber das hier ist - solide.
Es gibt eigentlich nicht viel zu meckern, außer das alles ein bisschen nullachtfuffzig ist, und meiner Meinung nach viel zu viel auf Schreckmomente gesetzt wird, als dass man sich wirklich gruselt.
Wer schreckhaft ist, kommt also auf seine Kosten. Ist auch definitiv einer der besseren Horrorfilme, aber eben nichts neues oder besonderes.
Atmosphäre, Schauspieler und Musik alles prima, die Story wird mir allerdings am Ende etwas zu lahm esoterisch.
Ein kurzweiliger Streifen, der sich für "Wir wollen Horrorspaß im Kiiino!" aber ganz gut eignet. Nur nicht zu viel erwarten.
Sehenswert.
(Hardcore-Horrorfans können den aber skippen ... nep, Moment - diese Leute gucken eh alles.)
Gruß,
Elif

Montag, 3. November 2014

Kurzreview: Blow



Suuper Film, wenn man über ein paar Dinge hinweg sehen kann.
Nämlich - bildlich sieht der einfach cheap aus. Es ist als würde man einen Film aus den Siebzigern sehen. Ich allerdings mag dieses warme-ausgewaschene Bild und verbuche das leichtgläubig unter Stilmittel.
Was man weniger verzeihen kann, sind die stark schwankende Qualität der Kostüme (Johnny Depp in 'nem Fettsuit - ernsthaft?) und die mittelgaren Charaktere. Wir treffen häufig auf Stereotypen, erfahren vom Text her nichts wirklich spannendes über den Protagonisten und die Frauenrollen sind allesamt furchtbar.
Der Streifen ist auch an sich alles andere als innovativ. Er schaut sich wie eine minderwertige Symbiose aus Goodfellas und Casino, aber das Buch ist gut, ich schwör's!
Es ist clever, spannend und lustig, ohne Zeit zu verlieren. Ich mag es, wenn Filme rasch in die Gänge kommen. Und hier passiert und passiert und passiert das Leben von George Jung im ganz großen Stil, ohne einen anzuätzen.
Das liegt vor allem daran, dass er einen so ans Herz wächst. Johnny Depp gibt den liebenswürdigen Drogendealer und man wünscht ihm alles Glück der Welt, weil er süß und geplagt ist.
Restlicher Cast und besonders die Musik sind der Hammer. Ich mag es, dass der Film so cool und lässig und nicht so selbstverliebt ist wie beispielsweise Catch Me If You Can.
Und auch wenn die Dialoge durchaus mal abgedroschen klingen und wir immer wieder ein und dieselben Weisheiten hören, spürt man, dass der Film ein Herzensprojekt war und dass viel Mühe und Umsicht darin steckt.
Keine Ahnung, warum dieser mittelmäßige Film so gut ist, aber wenn Johnny Depp seinen Spaß hatte, dann kann man dem ganzen doch nicht abgeneigt sein, hm?
Anschauen, bitte
Gruß,
Elif

Sonntag, 26. Oktober 2014

Kino-Kurzreview: Who Am I


Bei dem Trailer dachte ich: "Jippieh, die Deutschen machen was Neues! Yep. DAS wird supeer!"
Aber es war ... solide. Okay. Gut, sogar. Muss sich nicht verstecken.
Ich mag die Musik, ich mag die Schauspieler und besonders visuell ist der wunderbar kreativ - aber letztendlich hält sich der Streifen für ein bisschen cooler als er ist. Und das liegt am Buch.
Er wird immer mal wieder einfallslos und klischeehaft, besonders was die "Love Story" betrifft. Auch eine Spur mehr Witz hätte dem ganzen nicht geschadet, fällt mir zu flach.
Aber am meisten stört mich, dass sie sich diese ganzen Hackergeschichten zu einfach gemacht haben. In ein, zwei Fällen ist diese "Dreistigkeit siegt"-Nummer ganz cool, aber öfter denkt man sich "Ach, und das soll jetzt der Clou gewesen sein?". Es sieht zu easy aus! Das ist fast naiv und peinlich und führt zu 'nem bitteren Beigeschmack.
Wer Tom Schilling glänzen oder zur Abwechslung mal ein brisantes Thema bildgewaltig umgesetzt und mit super Musik unterlegt in der deutschen Filmindustrie sehen will, der wird nicht enttäuscht werden.
Der Rest geht obligatorisch rein, weil Elyas M'Barek hrrrr ist.
Sehenswert
Gruß,
Elif.